Jahresempfang: RFH knüpft an hohes Niveau 2025 an

Die Rostocker Fracht- und Fischereihafen GmbH (RFH) hat im ersten Quartal 2026 mit einem Güterumschlag von 248.000 Tonnen an das hohe Umschlagsniveau des Vorjahres (1. Quartal 2025: 244.000 Tonnen) angeknüpft. Im gesamten Jahr 2025 standen 951.000 Tonnen umgeschlagener Güter zu Buche. Hauptgutarten waren wiederum Holz und Düngemittel. „Es ist uns gelungen, die Leistungsstärke des RFH auch in einem seit geraumer Zeit von Krisen geprägten politischen und Marktumfeld unter Beweis zu stellen und seine Position als zuverlässigen Universalhafen an der Ostsee zu behaupten“, sagte Steffen Knispel, Geschäftsführer des RFH, am Freitag (24.04.26) auf dem Jahresempfang des Unternehmens. Zu dem Event  im „Studio 301“ am Alten Hafen in Marienehe waren rund 100 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft erschienen, darunter auch Dr. Chris von Wrycz Rekowski, Senator Finanzen, Digitalisierung und Ordnung der Hanse- und Universitätsstadt Rostock.

„In Krisenzeiten zahlen sich vertrauensvolle und langfristige Geschäftsbeziehungen besonders aus“, betonte RFH-Geschäftsführer Steffen Knispel. Unter widrigen Rahmenbedingungen sei es maßgeblich für den Erfolg, dass „gemeinsam mit unseren Partnern und Kunden nach guten Lösungen gesucht wird, um die Situation zu meistern und zusätzliche Belastungen für alle Beteiligten erträglich zu halten.“ Aktuell gebe es am Markt sehr sprunghafte Entwicklungen zum Beispiel in der Preisbildung bei bestimmten Gütern wie Düngemittel sowie in der Lager- und Vorratshaltung. „Niemand kann heute sagen, wie sich die Güterströme in den nächsten Wochen gestalten, wie sich der Markt nach den Krisen sortiert.“

Unabhängig von der derzeit volatilen Marktsituation ist es für die weitere Entwicklung des RFH entscheidend, regelmäßig und vorausschauend zu investieren. Jährlich fließen sechs- bis siebenstellige Investitionssummen beispielsweise in die Ertüchtigung des hafeneigenen Schienennetzes, die weitere Digitalisierung der Betriebsabläufe und in die Modernisierung von Gewerbeimmobilien. Für das aktuell umfassend sanierte Hafengebäude 206 konnte unter anderem mit der DB Services GmbH eine Tochterfirma der Deutschen Bahn AG als Mieter mit bedeutsamen Langfristvertrag von mindestens zehn Jahren gewonnen werden. Seit Beginn des Monats April dieses Jahres ist die DB Services GmbH vor Ort vertreten.

Zudem investiert der RFH in die Modernisierung seiner Umschlagtechnik. In den nächsten Wochen kommt ein neuer Umschlagbagger vom Typ Sennebogen 875 E zum Einsatz. „Mit einer Auslage von 30 Metern können wir künftig auch größere Schiffe mit Ladekapazitäten von über 15.000 Tonnen effizient abfertigen“, sagte Sven Köppen, Leiter Hafenwirtschaft beim RFH. Im zweitgrößten Rostocker Hafen können Frachtschiffe bis zu einer Länge von 180 Metern festmachen.

Einen Investitionsschwerpunkt in den kommenden Jahren bildet die Hafeninfrastruktur. Inzwischen gestartet sind planerische Vorbereitungen für die etappenweise Modernisierung des 1.100 Meter langen Warnowkais. Bei der millionenschweren Investition setzt der RFH auf staatliche Unterstützung. „Häfen erfüllen generell eine essenzielle Versorgungs- und Verteidigungsfunktion in der Gesellschaft, was dem Staat auferlegt, einen Beitrag zum Erhalt und Ausbau von Hafeninfrastruktur zu leisten“, unterstrich der Geschäftsführer des RFH. Ein Aspekt, dem Rostocks Finanzsenator Dr. Chris von Wrycz Rekowski beipflichtete: „Gravierend veränderte sicherheits- und energiepolitische Bedingungen in der Welt haben die Häfen verstärkt in den Fokus der Politik gerückt. Die Funktionsfähigkeit unserer Häfen ist von nationaler Bedeutung. Deshalb wäre es nur folgerichtig, wenn Bund und Land sich hier auch finanziell stärker engagieren würden.“ Die Einordnung des Modernisierungsprojektes Warnowkai als „strukturbedeutsame Investition“ würde es der öffentlichen Hand erlauben, diese Investition zu mindestens 75 Prozent zu fördern.

Neben Bilanz, Einordnung und Ausblick bot der Jahresempfang, zu dem das traditionelle Heringsessen gehört, Geschäftspartnern und Gästen vielfältige Gelegenheit zu entspanntem Gedankenaustausch und Networking.

Bilder: RFH/Schwandt

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